Das Wichtigste vorab: Tragen Sie immer Gartenhandschuhe und verwenden Sie eine scharfe, saubere Rosenschere. Ein glatter Schnitt verhindert das Eindringen von Krankheitserregern und schont die Pflanze.
Die Technik:Rosentyp für Rosentyp
Rosentyp 1: Edelrosen, Bodendecker- und Polyantharosen
Bei diesen Rosen erfolgt der Schnitt direkt nach der ersten Blüte. Die Faustformel lautet: Kürzen Sie den Trieb bis zum ersten voll ausgebildeten 5er-Blatt. Das 5er-Blatt ist ein Blatt mit fünf kleinen Blättchen an einem Stiel. Durch diesen gezielten Schnitt wird die Pflanze angeregt, Energie in neue Blütentriebe zu stecken, statt in die Samenbildung (Hagebutten).
Rosentyp 2: Strauchrosen
Hier muss man differenzieren: Einmalblühende Strauchrosen benötigen keinen jährlichen Schnitt. Lassen Sie hier die Hagebutten für die herbstliche Optik stehen. Öfterblühende Sorten hingegen danken es Ihnen, wenn Sie verblühte Triebe leicht einkürzen, um die Nachblüte zu fördern.
Rosentyp 3: Kletterrosen und Rambler
Bei Kletterrosen (Climber) sollten verblühte Triebe kurz gehalten werden. Quer wachsende Triebe können Sie entfernen. Profi-Tipp: Leiten Sie Triebe waagerecht, um die Bildung neuer Blütentriebe zu maximieren. Rambler hingegen brauchen weniger Schnitt; hier reicht es oft, zu lange Triebe einzukürzen oder Jungtriebe einzuflechten.
Nach dem Schnitt:Pflege und Düngung
Der Schnitt ist für die Pflanze ein Signal, erneut Energie zu mobilisieren. Damit sie diese Kraft auch aufbringen kann, ist eine Nachdüngung essenziell. Verwenden Sie einen organischen Rosendünger oder einen speziellen Langzeitdünger, um die Nährstoffreserven nach der ersten Blühphase wieder aufzufüllen. Achten Sie dabei auf eine gute Wässerung, besonders wenn es im Hochsommer trocken ist.
Keine Angst vor der Schere
Zum Abschluss ein wichtiger Rat: Machen Sie keine „Doktorarbeit“ daraus. Rosen sind robuste Pflanzen, die kleine Schnittfehler meist ohne Murren verzeihen. Wichtiger ist, dass Sie den Mut zum Schnitt aufbringen, um Ihre Rosen gesund zu halten und sich an einem zweiten Blütenflor bis in den Spätsommer hinein zu erfreuen.